aus dem Briefkasten der BI-Dangast

 

Darf die Stadt öffentliches Eigentum unter Wert verschleudern?

 

Der Bodenwert für das Areal Deichhörn/Kuhle wurde vom Gutachterausschuss vom 1.10.2013 mit 200 €/m² festgelegt.

 

Um den Verkehrswert zu ermitteln, wurden Beträge für den Rückbau von Deichhörn, aus  Nachteilen von unterschiedlichen Geländehöhen, von  Verkehrs- und Wasserflächen, für die Abwasserbeseitigung in der Kuhle und für  finanzielle Risiken des Investors abgezogen.

 

Auf das Grundstück, welches AMJ (Mutter-Kind-Klinik) erworben hat, um dort Ferienwohnungen zu bauen und Dauerwohnen zu ermöglichen, trifft aber keines dieser wertmindernden Faktoren zu.  Es befindet sich in einer  Premium-Lage und ist infrastrukturell  von der benachbarten Mutter-Kind-Klinik leicht zu erschließen. 

Dennoch zahlte der Investor nicht 200 ++€/m², sondern lediglich ca. 120 €/m².

Darf eine Stadt ihr, genauer unser aller Eigentum derart offensichtlich unter Wert verschleudern? 

Trotz dieses „Entgegenkommens“ seitens der Stadt gewährt sie dem Investor darüber hinaus das Privileg, sein erworbenes Grundstück nicht von seinem unmittelbar benachbarten Privatgrundstück zu erschließen, sondern über öffentliche Wege, die bisher vom motorisierten Verkehr frei waren. Das Nachsehen haben Anwohner, Feriengäste und Spaziergänger. 

 

Schreiben von H.Senft vom 31.10.2015

 

Dangast muss sich künstlerisch statt touristisch entwickeln

 Hallo Herr Schmiedtke, Hallo Bürgerinitiative Dangast,

 

 

ich bin selbst in Dangast aufgewachsen, es hat mich geprägt und ist für mich bis heute und wahrscheinlich auch für immer mein Fleck Heimat, auch wenn ich aktuell in Berlin wohne. Dangast, das bedeutet für mich Ruhe. Und immer hat es für mich auch den künstlerischen Charme versprüht, den die Geschichte in diesem Ort hinterlassen hat. Auch Entwicklungen wie das "Watt en Schlick" beweisen, dass in unserem Ort Kultur groß geschrieben werden MUSS & nicht der Ausverkauf. Dangast muss sich vielmehr künstlerisch und kulturell, statt touristisch weiterentwickeln. Denn das eine wird das andere bedingen. Nur durch die Wahrung und Förderung des kulturellen Erbes & der Natur, können wir auch Dangast selbst attraktiver für den Rest der Welt machen. Nicht, in dem wir es zerstören. Ich habe auf eurer Seite gemerkt - ihr seht das genauso.

 

Ich habe die Seite eurer Bürgerinitative gefunden & kann noch nicht ganz glauben, dass mit den Bauarbeiten schon begonnen wurde.

Ist es möglich von euch den aktuellen Stand der Dinge zu erfahren? Habt ihr Info-Material, das ihr versenden könnt bzw. das über die Infos auf eurer Seite hinausgeht? Was sind eure nächsten Schritte gegen das Vorhaben?

 

Schreibt mir gerne.
 
Liebe Grüße & danke für die Infos,
Kevin
 
Schreiben von Kevin A. an die BI Dangast (erhalten am 11.10.2015)

 

 

 

Zu dem NWZ-Artikel "Ausnahme am Deich auf dem Prüfstand" (9.7.2015) ein Leserbrief von Peter Beyersdorff, Dangast

 

Dangast liegt, wie große Teile Varels, gemäß Karten des NLWKN vom 24.2.2012 im Gebiet eines signifikanten Hochwasserrisikos.

Der Bebauungsplan Deichhörn Nord sieht vor, drei Gebäude fast gänzlich und zwei weitere teilweise in die landseitige Deichschutzzone zu platzieren. Dies ist ein klarer Verstoß gegen  § 16 des Niedersächsischen Deichgesetzes. Denn die Renditeerwartung eines privaten Investors und Immobilienhändlers – und nur darum geht es – als Härtefall für eine Ausnahmegenehmigung ist im Deichgesetz nicht vorgesehen.

Die Erteilung einer Ausnahmeregelung ist umso unverständlicher, da es sich bei besagtem Deichabschnitt aus zwei Gründen um einen prekären handelt:

1.) Das Quellbad und Portal umgebende Deichdreieck kann im Fall einer Sturmflut zu einem Polder werden mit der Gefahr der Unterspülung des Hauptdeiches.

2.) Schutz- und Hauptdeich bilden einen offenen Trichter in die bei Sturmfluten besonders gefürchtete  Hauptwindrichtung (NW).

Außerdem weisen alle renommierten Klimaforscher darauf hin, dass mit fortlaufendem Klimawandel Häufigkeit und Schwere von Sturmfluten auch in unseren Breiten zunehmen werden.

Die Ausnahmegenehmigung zum Bau in der gesetzlich festgelegten Deichschutzzone unterstützt ausschließlich den privaten Investor und geht zu Lasten der Sicherheit der Allgemeinheit. Im Übrigen sollten sich alle potentielle Käufer bewusst sein, dass im Fall von akuten Erfordernissen des Küstenschutzes die Ausnahmeregelung ohne   Entschädigungsanspruch widerrufen werden kann, also ein Abbruch der Gebäude möglich wäre.

Die von Bürgern eingeforderte Überprüfung der Ausnahmeregelung durch das niedersächsische Umweltministerium kann eigentlich nur nach Recht und Gesetz zu deren Rücknahme führen.

 

Geist der Dorferneuerung grob missachtet

 

Nun ist es also amtlich: Dangast ist nur noch Nordseebad ohne kurmedizinische Kompetenz. Das einzigartige, aufwendig und teuer erworbene Hochprädikat „Ort mit Heilquellenkurbetrieb (Sole)“ ist aufgegeben. Die Mehrheit im Betriebsausschuss nickte den Vollzug ab, ohne je in die Entscheidung mit einbezogen worden zu sein. Das Schlimmste daran ist, dass sie das auch nie gefordert hat. 

Die Entscheidung zur Beendigung der Weiterentwicklung oder zumindest Aufrechterhaltung der Kurorttradition fiel, als der Entschluss gefasst wurde, das Solebewegungsbecken im WNP als Schlüsselelement für die kurmedizinische Nutzung nicht zu bauen. Die ursprüngliche Planung, von Betriebsausschuss und Rat gebilligt, sah das nämlich vor. Die Streichung aus der Planung wurde weder im Rat noch im Betriebsausschuss diskutiert oder entschieden. Der Bürgermeister gibt dem Kurdirektor freie Hand und die Mehrheit unserer gewählten Vertreter legitimiert im Nachhinein die bereits vollzogenen Fakten.

Wo bleibt die Demokratie in Varel? Die Taddigs-Pläne werden durchgepeitscht. Eine Leitbilddiskussion vor Beginn der Baumaßnahmen wurde unterbunden, eine Bürgerbefragung oder ein Bürgerbegehren verhindert und Ergebnisse und Geist der Dorferneuerung grob missachtet. Kritiker der Pläne rennen gegen Beton und werden als Störenfriede tituliert. So geht Demokratie in Varel.

 

 Leserbrief von Peter Beyersdorff in der NWZ vom 9.6.2015

 

 

Pfusch am Bau aufgedeckt - und dafür Häme

„Die Dämmmaßnahmen (am WNP) wurden zu hundert Prozent korrekt ausgeführt.“(Bauleiter und Ratsherr Biebricher in der Ratssitzung. NWZ vom 21.2.15)

….. und da kommt Iko Chmielewski und behauptet das Gegenteil, was er durch eindrucksvolle Bilder beweisen kann. Anstelle ihm zu danken für den Hinweis auf offensichtlichen Mängel, wird er zum Prügelknaben; als Selbstdarsteller, Propagandist und Zirkusmacher beleidigt. Von Herrn Biebricher wird eine respektvolle Wertschätzung des Handwerks angemahnt.

Nun bestätigt ein Gutachter die Mängel, was auch ohne ein Gutachten für jeden klar war, der die Arbeiten am Portal aufmerksam verfolgte. Dieser empfiehlt   die komplette Abdeckung zu entfernen und die Dämmung ordnungsgemäß zu sanieren (was mittlerweile offensichtlich geschehen ist). Darüber war in der Presse nichts zu erfahren.

Hätte eine(r) der Ratsherren und –frauen so einen Pfusch am eigenen Privatbau zugelassen? 

Es wäre interessant zu wissen, ob sich irgendjemand unserer Vertreter im Rat bei Iko Chmielewski entschuldigt hat. Die interessierte Bürgerschaft  jedenfalls dankt ihm für seinen verantwortungsvollen Umgang mit unserem Gemeineigentum. 

 

Leserbrief von Peter Beyersdorf zum Umgang mit der Kritik zu den Baumängeln am WNP

 

siehe auch:

http://mein.nwzonline.de/varel/politik-und-soziales/das-aergert-mich/wer-bernimmt-mal-endlich-verantwortung-ich-bin-es-leid-,a15255

http://mein.nwzonline.de/varel/politik-und-soziales/das-aergert-mich/warten-wir-mal-ab,a15281

 

Wie geht Demokratie in Varel?

 

Wann und wo  wurde beschlossen, kassenübliche ambulante Badekuren in Dangast nicht mehr stattfinden zu lassen?

Wann und wo wurde beschlossen, das geplante Solebewegungsbecken im Portal  nicht zu bauen? 

Ein Solebewegungsbecken ist wichtigstes Element im Angebot unserer fossilen Sole als Heilmittel. (Andere Einsätze der fossilen Sole in starkem Verschnitt wie beispielsweise im Quellbad haben keinen anerkannt therapeutischen Effekt.)

Wann und wo wurde beschlossen, auf das Hochprädikat „Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb (Sole)“  – einzig an der gesamten Nordseeküste – zu verzichten. Mühsam und teuer erworben steht der Titel zwar noch im Briefkopf der Kurverwaltung, hat aber inzwischen definitiv keine Substanz mehr.

Auf diese Fragen in der Bürgerfragestunde gab es keine Antworten. Die für die Zukunft Dangasts  richtungsweisenden Entscheidungen wurden noch nicht einmal im Betriebsausschuss oder Rat erörtert, um dann, wie üblich von der Mehrheitsfraktion abgenickt zu werden. Sie wurden einsam unter Ausschluss der Öffentlichkeit und unter Umgehung von Rat und Ausschüssen gefällt.

Im Leitbild der BI steht der Gesundheitstourismus – anerkanntermaßen der am stärksten steigende Trend im Tourismus mit großer Zukunft – an hervorragender Stelle. Eine Leitbilddiskussion vor den umwälzenden Maßnahmen in Dangast wurde den Bürgern verwehrt. Dort wo sie stattgefunden hatte, im Arbeitskreis der Dorferneuerung, wurden deren Ergebnisse Konterkariert.  

Eine Bürgerbefragung zu den sogenannten Taddigs-Plänen – in der Regie der Stadt Varel durchzuführen – wurde mehrheitlich im Rat abgelehnt, ein Bürgerbegehren – trotz Übererfüllung der dazu notwendigen Unterschriften – mit juristischen Tricks seitens der Stadt verhindert.

So geht Demokratie in Varel. 

 

 

 

 

ein Beitrag von Peter Beyersdorff

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